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16. Alpine Glaciological Meeting (AGM)
2.-3. Februar 2012

 

Über 30 Jahre Glaziologie an der VAW

Im Jahr 1941 wurde das ETH Institut für Gewässerkunde unter der Leitung von Prof. O. Lütschg aufgehoben und in die VAW als Abteilung für Hydrologie integriert (Leiter Dr. E. Hoeck 1941-1951).

Während der Planungsphase der grossen hydraulischen Stauanlagen in den Schweizer Alpen in den 1950er und 1960er Jahren mussten an der Abteilung für Hydrologie (Leiter Prof. P. Kasser 1951-1979) vermehrt glaziologische Aufgaben übernommen werden. Daher wurde aus der Abteilung für Hydrologie die Abteilung für Hydrologie und Glaziologie (1961).

Mit dem Bau grosser Talsperren und touristischer Infrastruktur wurde immer mehr in früher gemiedenen Zonen vorgedrungen. Damit setzte man sich zunehmend den glaziologischen Naturgefahren aus. Das zeigte sich deutlich an einer Eislawine vom Allalingletscher im Jahr 1965, welche die Baustelle des Staudamms Mattmark zerstörte und 88 Opfer forderte.

In dieser Zeit wurden glaziologische Untersuchungen ein wichtiger Aspekt der Arbeit in der ehemaligen Abteilung für Hydrologie und Glaziologie der VAW/ETH Zürich. Die glaziologische Forschung an der VAW erhielt internationale Anerkennung im Jahr 1973, als unter Hans Röthlisberger eine Theorie zur Hydrologie intra- und subglazialer Kanäle entwickelt wurde.

Als direkte Folge der zunehmenden Bedeutung der glaziologischen Fragestellungen wurde im Jahr 1979 die Abteilung Glaziologie der VAW gegründet (Leiter Prof. H. Röthlisberger 1979-1988).

 

Die VAW/Glaziologie verfolgt seither folgende Aktivitäten:

Grundlagenforschung

Die Stärke der Abteilung Glaziologie ist seit jeher die Untersuchung von physikalischen Prozessen in Gletschern. Feldstudien mit den besten verfügbaren Methoden werden oft unter schwierigsten Bedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse werden analysiert und mit theoretischen und numerischen Modellen interpretiert.

Angewandte Forschung (Consulting)

Unsere Abteilung wird regelmässig zur Gefahrenabschätzung von Gletschern im Zusammenhang mit Massnahmen zum Schutz vor Naturgefahren beigezogen. Solche Forschungsprojekte werden häufig im Auftrag der zuständigen örtlichen Behörden, Energieversorgungs- und Tourismusunternehmen vollzogen.

Gletscherveränderungen (Glacier Monitoring)

Seit mehr als vier Jahrzehnten werden an der Abteilung Glaziologie der VAW Daten über die Gletscherveränderungen in den Schweizer Alpen gesammelt, ausgewertet und veröffentlicht. Dank diesen Studien konnte die weltweit grösste und umfangreichste Datenbank über Gletscherschwankungen zur Verwendung in wissenschaftlichen Studien öffentlich zugänglich gemacht werden.

 

Diese drei Bereiche werden an der VAW Glaziologie seit Jahren bearbeitet. Dank dieser Strategie können laufend Synergien für die Weiterführung der Arbeiten in allen drei Bereichen optimal genutzt werden.

 

Drei ehemalige VAW Wissenschaftler wurden für ihre herausragenden Forschungsarbeiten mit dem Seligman Crystal der International Glaciological Society (Nobelpreis der Glaziologen) ausgezeichnet:
Hans Röthlisberger (1992)
Kolumban Hutter (2003)
Almut Iken (2011)

 

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